Internationales Haus Sonnenberg e.V.
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09.12.2016

Stellungnahme des Sonnenberg-Kreis e.V. zur „Ehrenbürgerschaft“ Adolf Hitlers in der Stadt St. Andreasberg/Braunlage

Der Vorstand des Sonnenberg-Kreis e.V., der mit seiner Bildungseinrichtung „Internationales Haus Sonnenberg“, mit Sitz in St. Andreasberg, sich der Bekämpfung des Rechtsextremismus‘ europaweit verpflichtet fühlt, ist entsetzt über die aktuellen Debatten in der Kommunalpolitik der fusionierten Stadt St. Andreasberg/Braunlage.

Die Aussagen des amtierenden Bürgermeisters Stefan Grote in diesem Zusammenhang sind aus Sicht des Vorstands nicht nachzuvollziehen. Eine klare Distanzierung von der „Ehrenbürgerschaft“ Adolf Hitlers habe weniger mit Symbolpolitik als vielmehr mit einem klaren Bekenntnis zur politischen Verantwortung der eigenen Vergangenheit zu tun, zumal es auch in Braunlage Standorte von Rüstungsbetrieben gab, in denen Zwangsarbeiter bis zum Tode geschunden wurden, wie zum Beispiel in der Munitionsfabrik „Metallwerke Silberhütte/Schmiedag“ in Sankt Andreasberg. Auch für diese Opfer, die teilweise in der hintersten Ecke des Friedhofs von Sankt Andreasberg verscharrt sind, hat der Bürgermeister in dieser Debatte keine Worte gefunden, obwohl hierzu gute Ausarbeitungen vorliegen, insbesondere vom Verein Spurensuche Harzregion e.V.

„Die Vorstellung, dass die politische Bildungseinrichtung für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte in einer Gemeinde beheimatet ist, deren Bürgermeister es bis heute nicht vermocht hat, einen Beschluss zur Aberkennung des „Ehrenbürgers“ Hitler herbeizuführen, ist unerträglich“, so die Vorsitzende Viola von Cramon. Die Stadt Goslar und viele andere haben diesen Schritt längst vollzogen.

Warum die Aberkennung, die bereits vor drei Jahren debattiert wurde, nicht weiter verfolgt wurde, erschließt sich den amtierenden Vorstandsmitgliedern nicht. Dieses Mal sollte allerdings - unabhängig davon, wer als Ratsmitglied die Aberkennung beantragt hat – ein hoffentlich einstimmiger Beschluss dazu gefasst werden. Die Stadt Braunlage täte gut daran, sich nicht weiter dem Verdacht auszusetzen, dass es sich bei dem Thema um eine politische Bagatelle handele.“

Mit freundlichen Grüßen, Ihre

 Viola von Cramon

 (Vorstandsvorsitzende) 

 

Artikel der Goslarschen Zeitung vom 8.12.2016

Veröffentlichung der Pressemitteilung, Goslarsche Zeitung vom 9.12.2016