Internationales Haus Sonnenberg e.V.
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28.11.2016

Rotten-Bibliothek jetzt in Budapest

Prof. Dr. Elisabeth Rotten war Sonderpädagogin, Frauenrechtlerin, Friedens- und Umweltaktivistin. Sie galt als eine der führenden Goethe-Kennerinnen ihrer Zeit; zudem übersetzte sie englischsprachige Literatur. Sie war dem Sonnenberg sehr gewogen. Deshalb verfügte sie, dass ihr privater Buchbesitz nach ihrem Tod dem Sonnenberg-Kreis übertragen werden sollte, und verband dies mit dem dringenden Wunsch, der gesamte Buchbestand möge ungeteilt beieinander bleiben.

Sonnenberg hat sich nach außen strikt, nach innen bedingt an diesen Wunsch gehalten. Der überwiegende Teil der sogenannten „Rotten-Bibliothek“ schlummerte Jahrzehnte lang unbeachtet in Braunschweig oder lagerte im Keller von Haus E im IHS. Andere Teile migrierten in verschiedene Teilbestände der früheren wissenschaftlichen Bibliothek oder der Handbibliothek der Pädagogen im IHS. Als ich vor einigen Jahren den Buchbestand aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung mit dem Vorstand übernahm, kostete es viele Stunden, die Bücher der „Rotten-Bibliothek“ wieder einigermaßen vollständig zusammen zu führen, auch weil es kein Inventarverzeichnis oder gar einen Katalog gab und gibt.

Im Folgenden hatte ich mich bei verschiedenen Institutionen, bei denen ich einen Bezug zu Prof. Rotten  unterstellen konnte, bemüht, ihre Bücher sinnvoll zu platzieren. Die meisten Angeschriebenen haben nicht einmal geantwortet.

Zum Erfolg führte schließlich die Kontaktaufnahme mit der Goethe-Gesellschaft, deren ungarischer Ableger auf die Akademie der Wissenschaften und deren Bibliothek in Budapest verwies. Nach einer Inaugenscheinnahme durch Generaldirektor Prof. Istvan Monok anlässlich eines Deutschlandbesuches entschloss ich mich, der Akademie den gesamten Rotten-Bestand zu übertragen. Ca. 30 Regalmeter Bücher haben inzwischen ihren Weg nach Budapest gefunden, wo sie nun im Laufe des kommenden Jahres inventarisiert werden müssen. Dann besteht die Chance, dass die der Buchnachlass von Prof. Rotten wieder der wissenschaftlichen Forschung zugänglich ist und auch der Öffentlichkeit präsentiert werden kann.

Mit Zustimmung des Vorstandes soll im IHS demnächst ein Sitzungszimmer nach Elisabeth Rotten benannt werden.

 

Claus Jähner